SaAm-Akupunktur wurde vor etwa 350 Jahren von einem buddhistischen Mönch aus Korea entwickelt. Aufgrund seiner hohen Wirksamkeit und leichten Anwendbarkeit ist sie heute der am häufigsten angewendete Akupunkturstil in Südkorea.
SaAm-Akupunktur integriert die Lehre der Fünf Elemente mit dem Ansatz der Sechs Qi (liu qi) als klimatische Faktoren. Das Konzept der Sechs Qi wird im Huang Di Neijing SuWen (z.B. Kapitel 68 & 74) erläutert. Der besondere Ansatz der SaAm-Akupunktur ist, Krankheiten als Ungleichgewicht innerer klimatischer Faktoren zu interpretieren und diese zu harmonisieren. Die 12 Hauptmeridiane werden dabei nach den drei Faktoren Feuchtigkeit (trocken vs. feucht), Temperatur (kalt vs. heiß) sowie energetische Bewegungsrichtung von Licht und Luft (nach innen vs. nach außen) unterteilt. Grundidee ist, pathogene Einflüsse jeweils durch die Energie eines Meridians mit entgegengesetzten klimatischen Eigenschaften auszugleichen. Dabei wird besonders die individuelle Konstitution des Patienten berücksichtigt.
Jedes SaAm-Behandlungskonzept besteht aus einer Kombination von vier Punkten, die nach dem Prinzip der Fünf Wandlungsphasen aus den 60 Transport-Shu-Punkten ausgewählt werden. Für jeden der 12 Hauptmeridiane gibt es eine Tonisierungs- und eine Sedierungsmethode, so dass sich 24 grundlegende Strategien ergeben.
Neben der Sichtweise des klimatischen Modells können mit der Vier-Nadel-Strategie auch Erkrankungen behandelt werden, die man im Sinne der chinesischen Medizin entweder als ZangFu-Syndrome oder leitbahnbezogene, regionale Beschwerden klassifizieren kann. Außerdem bietet die SaAm-Methode auf Basis des Modells der Sechs Qi ein gut verständliches Konzept für psycho-emotionale Probleme. Dadurch ergibt sich insgesamt ein sehr breites Behandlungsspektrum.
SaAm-Akupunktur lässt sich in jedes Akupunktur-Modell problemlos integrieren. Sie können beispielsweise die SaAm-Punktkombinationen als grundlegende Behandlungsstrategie verwenden und mit ergänzenden Punkte nach TCM- oder japanischer Methode kombinieren, welche die Erkrankung des Patienten aus anderer Perspektive ansprechen.