Heute: Dr. Hamid Montakab im Interview

Dr. Hamid Montakab gründete 1986 die heutige Chiway Akademie. Sein Wirken reicht weit über die Schule hinaus: Er setzte sich für fundierte Ausbildungsstandards ein, baute den ersten Berufsverband mit auf und trug entscheidend dazu bei, chinesische Medizin in der Schweiz als eigenständigen Beruf zu etablieren.

Hier live im Gespräch mit Simon Becker  (12 Minuten, englisch):

Die Chinesische Medizin – Eine Medizin, die den Menschen behandelt

Hamid Montakab’s Weg zur chinesischen Medizin begann 1973 in Paris.

Er befand sich im fünften Jahr seines Medizinstudiums und war zunehmend unzufrieden mit der Medizin, die er kennenlernte. Sie behandelte aus seiner Sicht vor allem Fälle und Krankheiten – nicht den Menschen in seiner Ganzheit.

Eine Alternative sah er zunächst nicht, erst als sich für ihn, wie er im Interview sagt, die Tür der chinesischen Medizin öffnet, überzeugte ihn das.

Diese Begegnung sollte nicht nur sein Leben und seinen eigenen Berufsweg verändern. Sie wurde zum Ausgangspunkt einer Entwicklung, die die chinesische Medizin in der Schweiz bis heute prägt.

120 Stunden reichen nicht

Als Hamid Montakab Anfang der 1980er-Jahre in die Schweiz kam, wurde Akupunktur hauptsächlich von Ärzten praktiziert. Ihre Zusatzausbildung umfasste teilweise nur rund 120 Stunden.

Für ihn war das völlig unzureichend.

Chinesische Medizin war für Hamid Montakab kein kleines Zusatzinstrument zur westlichen Medizin. Sie ist ein eigenständiges medizinisches System mit einer eigenen Diagnostik, einem eigenen Verständnis von Gesundheit und Krankheit und einer Philosophie, die weit über einzelne Behandlungstechniken hinausreicht.

1986 gründete er deshalb die Academy of Chinese Healing Arts, aus der die heutige Chiway Akademie hervorging.

Die erste Ausbildung umfasste bereits rund 500 Stunden. Schrittweise kamen weitere Inhalte hinzu: westliche Medizin, chinesische Arzneitherapie und Tuina. Gleichzeitig holte Hamid Montakab international renommierte Lehrer wie Julian Scott, Jeremy Ross und Michael McIntyre in die Schweiz.

Sein Ziel war von Anfang an klar: chinesische Medizin auf einem Niveau zu unterrichten, das ihrer Tiefe und Komplexität, und den Menschen gerecht wird.

Mehr als die Gründung einer Schule

Die Gründung der Akademie war nur ein Teil seines Wirkens.

Hamid Montakab wollte nicht allein bessere Kurse anbieten. Er wollte die Voraussetzungen dafür schaffen, dass chinesische Medizin in der Schweiz als qualifizierter und eigenständiger Beruf ausgeübt werden konnte.

Ein entscheidender Moment war eine Diskussionsrunde mit Ärzten in Zürich. Dabei ging es um die Frage, ob eine Ausbildung von rund 120 Stunden ausreiche, um Akupunktur kompetent zu praktizieren.

Die teilnehmenden Ärzte argumentierten zunächst, ihre medizinische Vorbildung genüge. In der praktischen Auseinandersetzung konnte jedoch gezeigt werden, dass auch sie ein wesentlich tieferes Verständnis der chinesischen Medizin benötigten.

Nach diesem Treffen wurden die Ausbildungsanforderungen erhöht. Für Hamid Montakab war dies ein wichtiger Durchbruch: weg von kurzen Akupunkturkursen und hin zu einer ernst zu nehmenden professionellen Ausbildung.

Vom Berufsverband zum anerkannten Beruf

Parallel zur Entwicklung der Schule beteiligte sich Hamid Montakab am Aufbau des damaligen Berufsverbands SBO-TCM und wurde dessen erster Präsident.

Damit begann ein Prozess, der viele Jahre dauern sollte: Es mussten verbindliche Ausbildungsstandards entwickelt, ein eigenständiges Berufsbild formuliert und die Voraussetzungen für eine offizielle Anerkennung geschaffen werden. Was heute selbstverständlich wirken mag, musste damals Schritt für Schritt aufgebaut und gegenüber Behörden, Ärzteschaft und Öffentlichkeit vertreten werden.

Nach rund 15 bis 16 Jahren intensiver Arbeit wurde das Ziel erreicht: Chinesische Medizin erhielt in der Schweiz den Status eines eigenständigen und staatlich anerkannten Berufs.

Hamid Montakab betont im Interview, dass die Schweiz damit eine international einzigartige Stellung einnimmt. Anders als in vielen anderen Ländern ist chinesische Medizin hier nicht lediglich eine einzelne Methode innerhalb eines anderen Berufs oder Teil einer allgemeinen Heilpraktikertätigkeit. Sie verfügt über ein eigenes Berufsbild, geregelte Anforderungen und eine umfassende Qualifikation.

Darauf ist er besonders stolz.

Lernen mit Tiefe – und mit Freude

Trotz seines hohen fachlichen Anspruchs wollte Hamid Montakab keine trockene oder starre Schule schaffen. Lehren und Lernen sollten Freude machen.

Frühe Ausbildungsblöcke fanden deshalb auf Korfu, Mallorca und an anderen besonderen Orten statt. Am Nachmittag blieb Zeit für das Meer. Später wurden Kurse in den Schweizer Bergen durchgeführt, wo die Studierenden auch Skifahren konnten.

Die Gruppen lebten, lernten und feierten über längere Zeit gemeinsam. Studierende stellten die fünf Wandlungsphasen oder unterschiedliche Temperamente spielerisch dar. Kreativität, Gemeinschaft und Erfahrung wurden zu Bestandteilen des Lernens.

Diese Verbindung aus fachlicher Tiefe und lebendigem Unterricht gehört bis heute zum Erbe der Gründungszeit – die Chiway Ausbildung hat daher seit diesem Jahr Intensivblöcke an besonderen Orten bewusst wieder in die Diplomlehrgänge integriert.

Von Zürich nach Winterthur

Die ersten Schweizer Kurse wurden in Zürich durchgeführt. Über einen Studenten, der in Winterthur ein Physiotherapiezentrum mit einem grossen Unterrichtsraum betrieb, kam die Schule schliesslich nach Winterthur. Weitere Räume folgten. Winterthur, erzählt Hamid Montakab, habe der Akademie zunehmend die Arme geöffnet.

Seit mehr als 20 Jahren ist Chiway fest in der Stadt verankert.

Die Schule übergeben – die Aufgabe behalten

Vor rund 13 Jahren übergab Hamid Montakab die Leitung der Chiway Akademie an Simon Becker und Stefan Englert. Mit der Schule und dem Beruf ist er jedoch weiterhin eng verbunden.

Er unterrichtet nach wie vor Chiway-Studierende, gibt Seminare in der Schweiz und zum Beispiel auch in Polen und erreicht seit der stärkeren Verbreitung des Online-Unterrichts Menschen in Europa, Nordamerika und Australien.

Auch mehrere Bücher hat er veröffentlicht. Sein Antrieb ist derselbe geblieben: Chinesische Medizin weiterzuentwickeln, zu vermitteln und in ihrer ganzen Tiefe zugänglich zu machen.

Chinesische Medizin ist keine Technik

Seine wichtigste Botschaft an heutige Studierende bringt Hamid Montakab im Interview klar auf den Punkt:

Chinesische Medizin sollte nicht nur als Technik erlernt werden.

Die Art, wie ein Mensch Medizin praktiziert, spiegelt immer auch sein Weltbild, seine Haltung und sein Verständnis vom Leben wider. Wer chinesische Medizin wirklich ausüben möchte, muss sich deshalb mit ihren philosophischen Grundlagen beschäftigen.

Das bedeutet nicht, dass Studierende bereits in ihrer ersten Ausbildungswoche alle klassischen Texte verstehen müssen. Auch nach Jahrzehnten bleiben diese anspruchsvoll.

Doch die Grundprinzipien sind zugänglich: Yin und Yang, Wandel, Beziehungen und das Verständnis des Menschen als Teil eines grösseren Ganzen.

Für Hamid Montakab ist chinesische Medizin deshalb keineswegs eine veraltete Medizin. Viele ihrer grundlegenden Konzepte würden heute durch moderne Wissenschaft, zum Beispiel die Quantenphysik, in einer anderen «Sprache» neu beschrieben.

Nach mehr als 50 Jahren chinesischer Medizin lautet sein Rat:

Lernt nicht nur Akupunktur, Arzneitherapie oder Tuina. Versteht die Grundlagen – und versucht, die dahinterliegende Philosophie zu leben.

Damit beschreibt er zugleich den Anspruch, mit dem er die Chiway Akademie gründete und die Professionalisierung der chinesischen Medizin in der Schweiz vorantrieb – und dem die Chiway heute noch verbunden ist.

Demnächst: online Weiterbildungen mit Hamid Montakab

In den folgenden Wochen werden wir hier 2 spannende Online – Weiterbildungen von und mit Hamid Montakab veröffentlichen zum Thema

Angst verstehen – und mit Akupunktur begleiten

Angst gehört zu den grundlegendsten menschlichen Emotionen. Sie schützt uns, prägt unsere Wahrnehmung und kann unser Denken und Handeln tief beeinflussen. In der chinesischen Medizin spielt sie deshalb eine besondere Rolle – sowohl im Verständnis ihrer Ursachen als auch in der therapeutischen Begleitung.

Diese Weiterbildung mit Dr. Hamid Montakab widmet sich dem Thema in zwei Teilen: Der erste Teil beleuchtet die Mechanismen und unterschiedlichen Ausprägungen von Angst sowie mögliche Behandlungsstrategien mit Akupunktur. Der zweite Teil vertieft das Thema am Beispiel der Todesangst und beschäftigt sich mit der Begleitung von Menschen in existenziellen und lebensbedrohlichen Situationen.

Teil 1: Fear and Acupuncture Strategies

Mechanismen der Angst, Glaubensmuster, Angst aus Sicht der chinesischen Medizin und Behandlungsstrategien mit Akupunktur.

 

Teil 2: Fear of Death and Acupuncture Strategies

Todesangst, der Schock einer lebensbedrohlichen Diagnose, der Sterbeprozess und Akupunkturstrategien zur Begleitung dieses Übergangs.

 

Die Links dazu gibt’s bald hier – schaut wieder rein.

Oder lest den Newsletter.

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Barbara Kirschbaum

Jubiläumsvortrag am 24. Oktober von 14 Uhr bis 17.30 Uhr in Winterthur

Die Kunst der Chinesischen Medizin: Wissen, Intuition und die Begegnung mit dem Menschen

Chinesische Medizin ist mehr als das blosse Erlernen von Punkten, Rezepturen oder diagnostischen Systemen.

Eine gute Therapeutin oder ein guter Therapeut braucht nicht einfach theoretisches Wissen, sondern entsteht durch die lebendige Verbindung von Fachkenntnis, praktischer Erfahrung, Beobachtungsgabe und menschlicher Reife.

Barbara Kirschbaum:

„In meinem Vortrag lade ich Sie dazu ein, an meinen Erfahrungen aus fast 50 Jahren intensiver Beschäftigung mit dieser Heilkunst teilzuhaben.

In der täglichen Praxis wird schnell deutlich, dass kein Patient, keine Patientin vollständig einem Lehrbuchbild entspricht. Jeder Mensch bringt seine eigene Konstitution, seine persönliche Lebensgeschichte, seine Emotionen und eine individuelle Reaktionen mit.

Aus Jahrzehnten von Praxistätigkeit entwickelt sich eine wertvolle klinische Intuition. Diese steht nicht im Widerspruch zum Wissen, sondern erwächst aus einem tiefen, langjährigen Erfahrungsschatz. Sie hilft uns, Muster schneller zu erkennen, Disharmonien früher zu erspüren und Zusammenhänge zu verstehen, die sich oft nicht vollständig in Worte fassen lassen.

Doch auch die beste Intuition darf niemals die sorgfältige Diagnostik ersetzen. Eine wirklich gute Medizin entsteht erst im harmonischen Gleichgewicht von Wissen, Erfahrung und offener Wahrnehmung.

Ich freue mich darauf, diese Erkenntnisse mit Ihnen zu teilen und gemeinsam neue Perspektiven für die therapeutische Praxis zu entdecken.

Barbara Kirschbaum –  Hier im Interview und im Oktober live bei Chiway

Barbara Kirschbaum spricht über fast 50 Jahre chinesische Medizin, Zungendiagnose, ihre Arbeit mit Brustkrebspatientinnen – und darüber, woran man gute Lehrerinnen und Lehrer erkennt.

Hier live im Gespräch mit Simon Becker  (10 Minuten):

Simon Becker mit Barbara Kirschbaum im online interview

 

Barbara Kirschbaum gehört zu den prägendsten Stimmen der chinesischen Medizin in Europa. Seit fast 50 Jahren unterrichtet und beschäftigt sie sich mit Akupunktur, Kräutermedizin und Diagnostik – zu einer Zeit begonnen, als chinesische Medizin im Westen noch kaum anerkannt war.

Bekannt wurde sie unter anderem durch ihr Buch zur Zungendiagnose. Im Interview erzählt sie, warum gerade die Zunge für Studierende so wertvoll ist?

Besonders eindrücklich ist ihr offener Blick auf das Lernen und Lehren: Worauf sollte man bei der Wahl von Lehrerinnen und Lehrern achten? Welche Rolle spielen Erfahrung, Haltung und Ego? Und warum würde sie selbst heute anders unterrichten – weniger streng, weniger theoriegetrieben, näher an der Wahrnehmung der Patientinnen und Patienten?

Save the date: 24. Oktober 2026

Barbara Kirschbaum live bei Chiway

Jubiläumsvortrag: Die Kunst der Chinesischen Medizin – Wissen, Intuition und die Begegnung mit dem Menschen.

Mehr Informationen hier.

Melde dich hier an für den 24. Oktober 2026, 14: 00 – 17:30, in Winterthur.

 

Wie angekündigt, begrüssen wir Christina Aubert zu ihrer Jubiläums – Vorlesung zu Gynäkologie und Geburtshilfe in der TCM.

Dieses Online-Webinar ist Teil der Jubiläumsreihe 40 Jahre Chiway Akademie. Wir wünschen gute Erkenntnisse!

Ab sofort online abrufbar über diesen link:

TCM Therapeutin erklaert Akupunktur in Gynaekologie

Dauer:

1 Stunde 10 Minuten

Inhalt:

Christina Aubert: Schwangere begleiten – mit Erfahrung, Klarheit und viel Feingefühl

In dieser Online-Weiterbildung gibt Christina Aubert Einblick in den weiblichen Zyklus sowie die Begleitung von Schwangerschaft und Geburt durch die Brille der Chinesischen Medizin. Fachpersonen erhalten in diesem praxisnahen Beitrag fundierte Einblicke in die perinatale Akupunktur und die energetische Dynamik der verschiedenen Reproduktionsphasen.

Sie zeigt, wie wichtig es ist, Schwangerschaft nicht nur medizinisch, sondern auch energetisch und emotional differenziert zu verstehen.

Dabei geht es um typische Beschwerden, um die Begleitung in sensiblen Phasen – und auch um Situationen, in denen der Körper sehr deutlich zeigt, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Christina Aubert erklärt fundiert und praxisnah, worauf Therapeutinnen und Therapeuten achten sollten, wenn sie Schwangere sicher und verantwortungsvoll begleiten möchten.

Ein wertvoller Beitrag für alle, die ihre Praxistätigkeit in diesem Bereich vertiefen möchten – mit viel Erfahrung aus der täglichen Arbeit und einem klaren Blick für das Zusammenspiel von Mutter, Kind und Behandlung.

Wer sich noch weiter in die Behandlung von Schwangeren vertiefen möchte, findet ergänzend dazu das Nachschlagewerk, das Christina Aubert gemeinsam mit Simon Becker und in Zusammenarbeit mit Christian Ackermann verfasst hat.

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Christina Aubert –  vom „Birchermüesli im Kopf“ während der Ausbildung bis zu ihrer Jubiläumsvorlesung

Auch Christina Aubert gehört zu der Generation der ersten Studierenden der Chiway Akademie. Mitte der 90er Jahre, nach einer eigenen positiven Behandlungserfahrung, begann sie die Ausbildung an der „Academy of Chinese Healing Arts“, wie die Chiway damals noch hiess.

Schaut rein, wie sie es selbst erzählt (11 Minuten):

Christina Aubert im Interview mit Simon Becker zu 40 Jahre Chiway

 

Im Gespräch mit Simon Becker sagt Christina Aubert, dass sie zur rechten Zeit am rechten Ort war.  Im Jahr 2000 eröffnete sie ihre eigene Praxis in Zürich – genau in einer Phase, in der Akupunktur in Gynäkologie, Geburtshilfe und Kinderwunsch langsam bekannter wurde.

Die Ausbildung, damals bei Hamid Montakab, war familiär, überschaubar , seriös, fundiert –  aber auch eine völlig neue Welt, und am Anfang auch ziemlich komplex.

Oder wie sie selbst sagt: Zwischendurch hatte sie einfach ein richtiges „Birchermüesli im Kopf“. Yin, Yang, Leere, Fülle, Jing-Mangel – plötzlich schien alles mit allem zusammenzuhängen.

Trotzdem blieb sie dran. Sie spezialisierte sich auf Gynäkologie, Geburtshilfe und Kinderwunsch – ein Gebiet, das sie bis heute begleitet. Und sie hat miterlebt, wie Akupunktur dort von etwas eher Ungewohntem zu einer selbstverständlichen Ergänzung geworden ist.

Was sie neuen Studierenden mitgeben möchte: echtes Interesse an der Medizin, Freude am Umgang mit Menschen – und einen langen Atem.

Denn irgendwann ordnet sich auch das Birchermüesli im Kopf!

Seid gespannt auf ihre Jubiläumsvorlesung zu Gynäkologie und Geburtshilfe in der TCM – in 2 Wochen hier. 

Inhalt:

In dieser Jubiläumsvorlesung beleuchtet Christina Aubert den weiblichen Zyklus sowie die Begleitung von Schwangerschaft und Geburt durch die Brille der Chinesischen Medizin. Fachpersonen erhalten in diesem praxisnahen Beitrag fundierte Einblicke in die perinatale Akupunktur und die energetische Dynamik der verschiedenen Reproduktionsphasen.

 

„Chiway hat nicht einfach überlebt. Chiway thrives for 40 years. ‘Survive’ ist das falsche Wort.“

So Jason Robertson zum 40 Jahre Jubiläum der Chiway, in seinem Live Webinar zu „Extraordinary Vessels within Applied Channel Theory“ vom 23. April 2026. Dieses Live-Webinar war Teil der Jubiläumsreihe „40 Jahre Chiway Akademie“.

Ab sofort online abrufbar über diesen link:

Live Webinar mit Jason Robertson

 

Dauer:

1Std 30 Min

Format:

 Webinar. Englisch

Inhalt:

An Explanation of the Extraordinary Vessels within Applied Channel Theory

This presentation discusses how the concept of the Extraordinary Vessels in used within Applied Channel Theory. Beginning with historical context exploring how the Extraordinary Vessels may have been understood in early acupuncture traditions, applications in the modern clinic are presented based on the research of Beijing professor Wang Juyi (王居易). 

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Bernhard Nessensohn – Vom ersten Impuls zum eigenen Weg

Bernhard Nessensohn gehört zu den ersten Studierenden der Chiway Akademie. 1994 schloss er seine Ausbildung ab – zu einer Zeit, in der vieles noch im Aufbau war und Lernen vor allem eines bedeutete: selbst erarbeiten, gemeinsam vertiefen, dranbleiben.

Schaut rein:

Sein Weg zur Chinesischen Medizin begann nicht gradlinig. Über eine erste Ausbildung als Heiler in Basel und eine Heilpraktiker – Ausbildung in München kam er mit verschiedenen Methoden in Berührung.

Doch erst ein Informationsabend an der Chiway brachte Klarheit.  Für ihn war sofort spürbar: Das ist es.

Heute lebt Bernhard im Südwesten Frankreichs und arbeitet weiterhin mit Menschen – allerdings hat sich seine Praxis im Laufe der Jahre verändert. Weniger klassische Akupunktur, mehr Arbeit mit Energie, mit den Händen, mit Tai Ji und Qi Gong. Der Zugang ist feiner geworden, direkter, persönlicher.

Was ihm besonders wichtig ist: Die Chinesische Medizin ist kein reines Fachgebiet. Wer diesen Weg wählt, beginnt immer auch einen eigenen Entwicklungsprozess.
Oder anders gesagt: Man lernt nicht nur eine Methode – man verändert sich selbst.

Genau das möchte er neuen Studierenden mitgeben. Offen zu bleiben für diesen Prozess. Und zu verstehen, dass das, was man hier lernt, weit über Techniken hinausgeht.

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Wie bereits angekündigt, wird Jason Robertson am 23. April eine online live Weiterbildung zu „Extraordinary Vessels within Applied Channel Theory“ halten.

Dieses Live-Webinar ist Teil der Jubiläumsreihe „40 Jahre Chiway Akademie“.

Heute:

Könnt ihr Jason bereits hier im Interview mit Simon Becker erleben.

Online-Interview mit Jason Robertson und Simon Becker über Robertsons Weg in die chinesische Medizin und seine Erfahrungen als Lehrer und Praktiker

Dauer:

15min

Inhalt:

Im Gespräch mit Simon Becker gibt Jason Robertson einen lebendigen Einblick in seinen persönlichen Weg in die chinesische Medizin – geprägt von Neugier, klinischer Erfahrung und einer grossen Leidenschaft für Details. Mit einem Lächeln bezeichnet er sich selbst als „acupuncture points nerd“ – jemand, der sich mit Ausdauer und Begeisterung immer tiefer in die Feinheiten der Punktarbeit und der Leitbahnen vertieft hat.

Besonders eindringlich spricht er über das Lernen mit den Händen: Studierende sollten ihre Ausbildungszeit unbedingt nutzen, um palpatorische Fähigkeiten zu entwickeln und den Verlauf der Leitbahnen direkt am Körper zu verstehen. Ein Leitgedanke aus seiner klinischen Arbeit begleitet ihn dabei bis heute: „Find the empty space.“ Wer lernt, Spannungen, Leere und Veränderungen im Gewebe wahrzunehmen, kann Behandlungen klarer ausrichten und wirksamer gestalten.

Für Robertson ist die Arbeit mit Leitbahnen ein lebenslanger Lernprozess – fordernd, präzise und zugleich voller Freude. Trotz aller Herausforderungen blickt er mit grossem Vertrauen in die Zukunft: „The future of Chinese medicine is bright“ – unter bestimmten Voraussetzungen..

Schaut rein uns lasst euch von seiner Freude an der Chinesischen Medizin anstecken!

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Wie angekündigt, begrüssen wir Anthony Von der Muhll, einen international erfahrenen Dozenten für orthopädische Schmerztherapie für eine Online Weiterbildung.

Dieses Online-Webinar ist Teil der Jubiläumsreihe 40 Jahre Chiway Akademie. Wir wünschen gute Erkenntnisse!

Ab sofort online abrufbar über diesen link:

Dauer:

1Std 20min

Inhalt:

Does your clinical toolbox contain the essential modalities and techniques for treating orthopedic pain and disability? This class will help you round out your knowledge and sharpen your skill set. Review indications, contraindications, cautions, safety considerations, best uses and limitations, and ways to develop the knowledge and skills needed for safe and effective applications of techniques and modalities, including:

  • Myofascial trigger and motor point needling
  • Joint stabilization/mobilization and ligamentous prolo-acupuncture
  • 7-star, lancet and 3-edged needling
  • Optimizing distant needling for orthopedic conditions

Take home practical strategies for matching techniques and modalities to patients’ injuries, needs, goals and tolerance, and for sequencing and combining them for efficiency, comfort and efficacy.

Comments from Course Evaluations: „Anthony is an excellent teacher. His years of experience and clarity in presenting materials was really outstanding!“ (Gabriella Jones, L.Ac., Santa Cruz, California)

 

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Interview mit Stefan Maegli, Teilnehmer des ersten Ausbildungskurses 1986

1986 war Chiway noch keine etablierte Akademie. Keine Website. Kein Diplomlehrgang mit klaren Modulen. Kein Campus. Noch nicht mal der Name stand fest.

Es war, unter der fachkundigen Anleitung von Hamid Montakab, eine kleine Gruppe von Menschen mit Neugier, Mut – und dem Wunsch, Chinesische Medizin wirklich zu verstehen,

Stefan Maegli war einer von ihnen.

Im Gespräch mit Simon Becker, Co-Leiter der Chiway Akademie heute, blickt er zurück auf die Anfänge – und auf einen Weg, der ihn über Kreta und Seattle schliesslich in eine 30-jährige Praxistätigkeit führte.

Dieses Interview ist Teil der Jubiläumsreihe „40 Jahre Chiway Akademie“.


Zwei Monate Kreta – der Anfang der Akademie

Die erste Ausbildung 1986 fand nicht in einem Schulgebäude statt, sondern in einem Bungalow-Hotel am Meer.

Zehn, vielleicht zwölf Studierende reisten im Herbst 1986 für zwei Monate nach Kreta. Rund 300 bis 400 Unterrichtsstunden – konzentriert, diszipliniert, intensiv. Bei Hamid Montakab.

Tagsüber Unterricht.
Abends das Meer.
Zwischendurch Austausch.

„Ich dachte damals, nach diesen 400 Stunden weiss ich, wie Akupunktur funktioniert“, erzählt Stefan.
„Am Ende wusste ich vor allem, wie viel ich noch nicht weiss.“

Es war diese Erkenntnis – die Tiefe des Systems, die Komplexität, die Zusammenhänge –, die ihn weitergehen liess.


Der nächste Schritt – Seattle

1993 erhielt Stefan ein Stipendium des Kantons Basel-Landschaft. Mit Frau und drei Kindern ging er nach Seattle – für drei Jahre Vollzeitausbildung mit Staatsexamen.

Damals war die Situation in der Schweiz noch schwierig:
Akupunktur galt juristisch als Körperverletzung und war im Wesentlichen Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Arbeiten durfte er nach seiner Rückkehr zunächst nicht.

Doch er suchte nach einer Lösung. Beantragte eine Bewilligung in einem anderen Kanton. Baute schliesslich seine eigene Praxis auf – und führte sie rund 30 Jahre lang.

Heute ist er pensioniert, und blickt zufrieden auf diese Zeit zurück.


Zwei Welten, die sich ergänzen

Stefan war ursprünglich Physiotherapeut.
Er kombinierte Physiotherapie und Akupunktur – und erlebte täglich, wie sich die beiden Ansätze ergänzen.

Wenn er mit der Schulmedizin an Grenzen kam, öffnete sich mit der Akupunktur ein neuer Zugang.
Und umgekehrt brachte sein physiotherapeutisches Wissen Stabilität und Struktur in seine TCM-Arbeit.

„Für mich war das eine perfekte Ergänzung.“


Von der Pionierzeit zur Profession

Wer heute eine Ausbildung in Chinesischer Medizin beginnt, startet in einem klar strukturierten, etablierten Bildungssystem.

Das war 1986 noch ganz anders.

Unterschiedliche kantonale Regelungen, Unsicherheit, wenig Akzeptanz.

Stefan engagierte sich später auch berufspolitisch und begleitete die Entwicklung der Komplementärmedizin in der Schweiz aktiv mit.

Sein Fazit nach fast vier Jahrzehnten:

„Heute stehen wir auf einem sehr guten Niveau – auch im internationalen Vergleich. Die Ausbildung ist fundiert, die Schulen sind etabliert. Man darf Vertrauen haben.“


Was bleibt

Auf die Frage nach einem besonderen Moment denkt Stefan nicht an ein einzelnes Ereignis.
Sondern an die erste Gruppe. Den Zusammenhalt. Die Intensität. Den gemeinsamen Aufbruch.

Und an die Erkenntnis, dass Lernen in der Chinesischen Medizin nicht bedeutet, schnell Antworten zu bekommen – sondern bereit zu sein, immer tiefer zu fragen.


40 Jahre später

Was damals in einem Hotel am Meer auf Kreta begann, ist heute eine Akademie mit klarer Struktur, mit Herzblut, mit hoher fachlicher Qualität – und mit einer Geschichte, die von Menschen getragen wurde, die bereit waren, Neuland zu betreten.

Stefan Maegli war als Student der ersten Stunde einer dieser Menschen.

Heute spielt er Gitarre, reist, wandert, segelt und geniesst die Freiheit nach 30 Jahren Praxistätigkeit.

Der Pioniergeist von damals aber – der wirkt weiter.


Das ganze Gespräch im Video


40 Jahre Chiway – und wir feiern weiter

Dieses Interview ist das erste Highlight unserer Jubiläumsreihe.
Ab dem 17. Februar veröffentlichen wir alle 14 Tage einen neuen Beitrag – mit Geschichten, Wegbegleitern und Einblicken in 40 Jahre Chiway.

👉 Schon angemeldet zur Jubiläumsfeier?
Du findest die Anmeldung am Ende dieser Seite.

👉 Entdecke hier alle 14 Tage ein neues Highlight – bis im Oktober.
Teile die Beiträge gern mit Menschen, die Chiway verbunden sind.

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

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