Bernhard Nessensohn – Vom ersten Impuls zum eigenen Weg

Bernhard Nessensohn gehört zu den ersten Studierenden der Chiway Akademie. 1994 schloss er seine Ausbildung ab – zu einer Zeit, in der vieles noch im Aufbau war und Lernen vor allem eines bedeutete: selbst erarbeiten, gemeinsam vertiefen, dranbleiben.

Schaut rein:

Sein Weg zur Chinesischen Medizin begann nicht gradlinig. Über eine erste Ausbildung als Heiler in Basel und eine Heilpraktiker – Ausbildung in München kam er mit verschiedenen Methoden in Berührung.

Doch erst ein Informationsabend an der Chiway brachte Klarheit.  Für ihn war sofort spürbar: Das ist es.

Heute lebt Bernhard im Südwesten Frankreichs und arbeitet weiterhin mit Menschen – allerdings hat sich seine Praxis im Laufe der Jahre verändert. Weniger klassische Akupunktur, mehr Arbeit mit Energie, mit den Händen, mit Tai Ji und Qi Gong. Der Zugang ist feiner geworden, direkter, persönlicher.

Was ihm besonders wichtig ist: Die Chinesische Medizin ist kein reines Fachgebiet. Wer diesen Weg wählt, beginnt immer auch einen eigenen Entwicklungsprozess.
Oder anders gesagt: Man lernt nicht nur eine Methode – man verändert sich selbst.

Genau das möchte er neuen Studierenden mitgeben. Offen zu bleiben für diesen Prozess. Und zu verstehen, dass das, was man hier lernt, weit über Techniken hinausgeht.

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Im Jubiläumsjahr freuen wir uns, dass Jason Robertson sein Wissen zu „Extraordinary Vessels within Applied Channel Theory“ weitergibt. 

Dieses Live-Webinar ist Teil der Jubiläumsreihe „40 Jahre Chiway Akademie“.

Wann:

JETZT HIER ANMELDEN: Donnerstag April 23, 18.30 Uhr, 1.5hrs.

Dauer:

1Std 30 Min

Format:

Online Live Seminar, fixer Termin. Danach als Webinar abrufbar. Englisch

Inhalt:

An Explanation of the Extraordinary Vessels within Applied Channel Theory

This presentation will discuss how the concept of the Extraordinary Vessels in used within Applied Channel Theory. Beginning with historical context exploring how the Extraordinary Vessels may have been understood in early acupuncture traditions, applications in the modern clinic will be presented based on the research of Beijing professor Wang Juyi (王居易). 

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Wie bereits angekündigt, wird Jason Robertson am 23. April eine online live Weiterbildung zu „Extraordinary Vessels within Applied Channel Theory“ halten.

Dieses Live-Webinar ist Teil der Jubiläumsreihe „40 Jahre Chiway Akademie“.

Heute:

Könnt ihr Jason bereits hier im Interview mit Simon Becker erleben.

Online-Interview mit Jason Robertson und Simon Becker über Robertsons Weg in die chinesische Medizin und seine Erfahrungen als Lehrer und Praktiker

Dauer:

15min

Inhalt:

Im Gespräch mit Simon Becker gibt Jason Robertson einen lebendigen Einblick in seinen persönlichen Weg in die chinesische Medizin – geprägt von Neugier, klinischer Erfahrung und einer grossen Leidenschaft für Details. Mit einem Lächeln bezeichnet er sich selbst als „acupuncture points nerd“ – jemand, der sich mit Ausdauer und Begeisterung immer tiefer in die Feinheiten der Punktarbeit und der Leitbahnen vertieft hat.

Besonders eindringlich spricht er über das Lernen mit den Händen: Studierende sollten ihre Ausbildungszeit unbedingt nutzen, um palpatorische Fähigkeiten zu entwickeln und den Verlauf der Leitbahnen direkt am Körper zu verstehen. Ein Leitgedanke aus seiner klinischen Arbeit begleitet ihn dabei bis heute: „Find the empty space.“ Wer lernt, Spannungen, Leere und Veränderungen im Gewebe wahrzunehmen, kann Behandlungen klarer ausrichten und wirksamer gestalten.

Für Robertson ist die Arbeit mit Leitbahnen ein lebenslanger Lernprozess – fordernd, präzise und zugleich voller Freude. Trotz aller Herausforderungen blickt er mit grossem Vertrauen in die Zukunft: „The future of Chinese medicine is bright“ – unter bestimmten Voraussetzungen..

Schaut rein uns lasst euch von seiner Freude an der Chinesischen Medizin anstecken!

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Wie angekündigt, begrüssen wir Anthony Von der Muhll, einen international erfahrenen Dozenten für orthopädische Schmerztherapie für eine Online Weiterbildung.

Dieses Online-Webinar ist Teil der Jubiläumsreihe 40 Jahre Chiway Akademie. Wir wünschen gute Erkenntnisse!

Ab sofort online abrufbar über diesen link:

Dauer:

1Std 20min

Inhalt:

Does your clinical toolbox contain the essential modalities and techniques for treating orthopedic pain and disability? This class will help you round out your knowledge and sharpen your skill set. Review indications, contraindications, cautions, safety considerations, best uses and limitations, and ways to develop the knowledge and skills needed for safe and effective applications of techniques and modalities, including:

  • Myofascial trigger and motor point needling
  • Joint stabilization/mobilization and ligamentous prolo-acupuncture
  • 7-star, lancet and 3-edged needling
  • Optimizing distant needling for orthopedic conditions

Take home practical strategies for matching techniques and modalities to patients’ injuries, needs, goals and tolerance, and for sequencing and combining them for efficiency, comfort and efficacy.

Comments from Course Evaluations: „Anthony is an excellent teacher. His years of experience and clarity in presenting materials was really outstanding!“ (Gabriella Jones, L.Ac., Santa Cruz, California)

 

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe:

Interview mit Stefan Maegli, Teilnehmer des ersten Ausbildungskurses 1986

1986 war Chiway noch keine etablierte Akademie. Keine Website. Kein Diplomlehrgang mit klaren Modulen. Kein Campus. Noch nicht mal der Name stand fest.

Es war, unter der fachkundigen Anleitung von Hamid Montakab, eine kleine Gruppe von Menschen mit Neugier, Mut – und dem Wunsch, Chinesische Medizin wirklich zu verstehen,

Stefan Maegli war einer von ihnen.

Im Gespräch mit Simon Becker, Co-Leiter der Chiway Akademie heute, blickt er zurück auf die Anfänge – und auf einen Weg, der ihn über Kreta und Seattle schliesslich in eine 30-jährige Praxistätigkeit führte.

Dieses Interview ist Teil der Jubiläumsreihe „40 Jahre Chiway Akademie“.


Zwei Monate Kreta – der Anfang der Akademie

Die erste Ausbildung 1986 fand nicht in einem Schulgebäude statt, sondern in einem Bungalow-Hotel am Meer.

Zehn, vielleicht zwölf Studierende reisten im Herbst 1986 für zwei Monate nach Kreta. Rund 300 bis 400 Unterrichtsstunden – konzentriert, diszipliniert, intensiv. Bei Hamid Montakab.

Tagsüber Unterricht.
Abends das Meer.
Zwischendurch Austausch.

„Ich dachte damals, nach diesen 400 Stunden weiss ich, wie Akupunktur funktioniert“, erzählt Stefan.
„Am Ende wusste ich vor allem, wie viel ich noch nicht weiss.“

Es war diese Erkenntnis – die Tiefe des Systems, die Komplexität, die Zusammenhänge –, die ihn weitergehen liess.


Der nächste Schritt – Seattle

1993 erhielt Stefan ein Stipendium des Kantons Basel-Landschaft. Mit Frau und drei Kindern ging er nach Seattle – für drei Jahre Vollzeitausbildung mit Staatsexamen.

Damals war die Situation in der Schweiz noch schwierig:
Akupunktur galt juristisch als Körperverletzung und war im Wesentlichen Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Arbeiten durfte er nach seiner Rückkehr zunächst nicht.

Doch er suchte nach einer Lösung. Beantragte eine Bewilligung in einem anderen Kanton. Baute schliesslich seine eigene Praxis auf – und führte sie rund 30 Jahre lang.

Heute ist er pensioniert, und blickt zufrieden auf diese Zeit zurück.


Zwei Welten, die sich ergänzen

Stefan war ursprünglich Physiotherapeut.
Er kombinierte Physiotherapie und Akupunktur – und erlebte täglich, wie sich die beiden Ansätze ergänzen.

Wenn er mit der Schulmedizin an Grenzen kam, öffnete sich mit der Akupunktur ein neuer Zugang.
Und umgekehrt brachte sein physiotherapeutisches Wissen Stabilität und Struktur in seine TCM-Arbeit.

„Für mich war das eine perfekte Ergänzung.“


Von der Pionierzeit zur Profession

Wer heute eine Ausbildung in Chinesischer Medizin beginnt, startet in einem klar strukturierten, etablierten Bildungssystem.

Das war 1986 noch ganz anders.

Unterschiedliche kantonale Regelungen, Unsicherheit, wenig Akzeptanz.

Stefan engagierte sich später auch berufspolitisch und begleitete die Entwicklung der Komplementärmedizin in der Schweiz aktiv mit.

Sein Fazit nach fast vier Jahrzehnten:

„Heute stehen wir auf einem sehr guten Niveau – auch im internationalen Vergleich. Die Ausbildung ist fundiert, die Schulen sind etabliert. Man darf Vertrauen haben.“


Was bleibt

Auf die Frage nach einem besonderen Moment denkt Stefan nicht an ein einzelnes Ereignis.
Sondern an die erste Gruppe. Den Zusammenhalt. Die Intensität. Den gemeinsamen Aufbruch.

Und an die Erkenntnis, dass Lernen in der Chinesischen Medizin nicht bedeutet, schnell Antworten zu bekommen – sondern bereit zu sein, immer tiefer zu fragen.


40 Jahre später

Was damals in einem Hotel am Meer auf Kreta begann, ist heute eine Akademie mit klarer Struktur, mit Herzblut, mit hoher fachlicher Qualität – und mit einer Geschichte, die von Menschen getragen wurde, die bereit waren, Neuland zu betreten.

Stefan Maegli war als Student der ersten Stunde einer dieser Menschen.

Heute spielt er Gitarre, reist, wandert, segelt und geniesst die Freiheit nach 30 Jahren Praxistätigkeit.

Der Pioniergeist von damals aber – der wirkt weiter.


Das ganze Gespräch im Video


40 Jahre Chiway – und wir feiern weiter

Dieses Interview ist das erste Highlight unserer Jubiläumsreihe.
Ab dem 17. Februar veröffentlichen wir alle 14 Tage einen neuen Beitrag – mit Geschichten, Wegbegleitern und Einblicken in 40 Jahre Chiway.

👉 Schon angemeldet zur Jubiläumsfeier?
Du findest die Anmeldung am Ende dieser Seite.

👉 Entdecke hier alle 14 Tage ein neues Highlight – bis im Oktober.
Teile die Beiträge gern mit Menschen, die Chiway verbunden sind.

Weitere Highlights der 40-Jahre-Reihe: